Rupert König

Licht im Dom

Vom 1. bis 4. Oktober 2026 realisieren wir mit SilentMOD anlässlich des 750-jährigen Jubiläums der Grundsteinlegung eine multisensuale Licht- und Laserinstallation im Regensburger Dom.

Mich interessiert dabei nicht, den Dom lediglich spektakulär auszuleuchten. Ausgangspunkt meiner Arbeit ist vielmehr der Raum selbst: seine Architektur, seine Geschichte, seine Bilder und Skulpturen – und die Frage, wie sich ihre spirituelle Kraft mit zeitgenössischen künstlerischen Mitteln neu erfahrbar machen lässt. Licht, Klang und Duft sollen den Dom nicht überformen, sondern seine vorhandenen Ausdrucksebenen aufnehmen und verstärken.

in zentraler Bestandteil der Installation ist ein 84 Meter langer Lichttunnel, der das Mittelschiff durchzieht. Die Farben Rot, Grün und Blau greifen die Trinität auf, während langsam wechselnde Lichtstimmungen den gesamten Kirchenraum verändern. Der Blick wird dabei immer wieder in die Tiefe des Domes gelenkt – hin zum Hochaltar und zu meiner Skulptur „Der verdrehte Christus“.

Diese Arbeit entstand ursprünglich 2018. Ausgangspunkt war ein historischer Christuskorpus, der mithilfe eines Computertomografen in einzelne Körperschnitte übersetzt wurde. Aus diesen Daten entstanden 72 Scheiben aus fluoreszierendem Plexiglas, die zu einer beweglichen Figur zusammengesetzt sind. Je nach Perspektive verändert sich ihre Gestalt: Der Körper scheint sich aufzulösen, neu zu ordnen und im Licht immer wieder anders zu erscheinen.

Für mich steht diese Veränderbarkeit sinnbildlich für den Übergang von Passion zu Auferstehung, von Tod zu Leben. Im Regensburger Dom tritt die Skulptur unmittelbar vor dem Altar in einen Dialog mit dem monumentalen Kreuz des Grabmals von Kardinal Philipp Wilhelm von Bayern. Das historische Kreuz verweist auf Leiden und Tod, der leuchtende Christus zugleich auf Verwandlung und Hoffnung.

Mit „Licht im Dom“ möchte ich keinen fertigen Deutungsschlüssel vorgeben. Mich interessiert vielmehr der Moment, in dem Menschen den vertrauten Raum anders wahrnehmen, ihre Perspektive verändern und sich auf Licht, Klang, Architektur und vielleicht auch auf die eigene Suche nach Transzendenz einlassen.

Die ausführliche Konzeption der Kunstinstallation finden Sie hier: Download


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