Für die neue Kapelle im Provinzhaus der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung in Münster durfte ich die künstlerische Gestaltung übernehmen. Nach dem Abschied von der Friedrichsburg und der dortigen historischen Kreuzkapelle entstand mit dem Neubau an der Offenbergstraße ein neuer geistlicher Ort – kleiner, offener und bewusst auf das Wesentliche konzentriert.
Im Fokus steht ein Kreuz aus gelbem Plexiglas. In das leuchtende Material ist die transparente Silhouette eines Korpus eingeschrieben. Mich interessierte dabei das Spannungsverhältnis von Präsenz und Abwesenheit: Christus ist sichtbar und zugleich nicht körperlich festgelegt. Das Licht durchdringt das Kreuz und verändert seine Wirkung je nach Tageszeit und Blickwinkel.
Ein zweites Element ist eine Gebetsstele aus Stahl. In ihr habe ich ein Schubladenelement aus dem früheren Kloster aufgenommen und damit ein Stück der Geschichte des alten Provinzhauses bewahrt. Besucherinnen und Besucher können ihre persönlichen Anliegen aufschreiben und in eine Box aus gelbem Plexiglas einwerfen.
Mir war wichtig, keinen abgeschlossenen Sakralraum zu schaffen, sondern einen Ort, der offen bleibt – für Stille, Erinnerung, Gebet und persönliche Gedanken. Die Kunst soll dabei nicht erklären, sondern einen Raum eröffnen, in dem Menschen ihre eigenen Bilder, Fragen und Hoffnungen finden können.




